Schaltungen verstehen
Verteiler-Aufbau: FI, LS und Abgänge erklärt
Hier kommt der Strom für jede Schaltung her. Der Stromkreisverteiler im Wohnbereich verteilt die Einspeisung auf einzelne Abgänge. Im Beispiel versorgt ein gemeinsamer FI drei separat geschaltete LS-Abgänge.
Die Zuleitung führt L, N und PE in den Verteiler. L und N gehen durch den zweipoligen FI Q1; danach verteilt eine Kammschiene L auf die LS F1 bis F3. N wird hinter dem FI auf der N-Schiene verteilt, PE direkt von der Zuleitung auf der PE-Schiene. Die Abgänge führen weiter zu den jeweiligen Schaltungen.
Stromquelle: Verteiler-Aufbau interaktiv ausprobieren
Ausprobieren und beobachten
Schalte die drei Abgänge einzeln aus und ein. Betätige die FI-Prüftaste oder simuliere Fehlerstrom: Alle Verbraucher werden ausgeschaltet. Simuliere anschließend eine Überlast an einem einzelnen LS. Beseitige den Fehler, bevor du das ausgelöste Schutzgerät bewusst wieder einschaltest.
Lernsimulation zum Verständnis der Funktion. Arbeiten an 230/400 V nur durch Elektrofachkräfte.
Gestrichelt eingerahmte Schalter anklicken oder Taster gedrückt halten.
Zeigt, wie die Schaltung funktioniert: jeder Leiter einzeln, vom L über die Kontakte zum Verbraucher.
Verfolge L und N durch den zweipoligen FI. Die drei LS schalten ihre Abgänge getrennt; PE bleibt durchgehend verbunden.
Ein Punkt verbindet Leitungen. Eine Kreuzung ohne Punkt ist keine Verbindung.
Plan seitlich verschieben, um alle Geräte zu sehen.
So liest du diesen Plan
- L kommt aus dem Verteiler und speist den dargestellten Stromkreis.
- Verfolge L über die Kontakte von -Q1, -F1, -F2, -F3 zum Verbraucher. Offene Kontakte unterbrechen diesen Weg.
- Der Weg führt zum Verbraucher → zur Schaltung Wechselschaltung, → zur Schaltung Leiterarten, → zur Schaltung Ausschaltung und über N zurück zum Verteiler. Nur ein geschlossener Weg führt Betriebsstrom.
- Strom fließt
- Mit einer Quelle verbunden
- Neutralleiter (N)
- Im Modell ohne Verbindung zur Quelle
Aktionen und Zustandsübergänge
Beispiel eines Wohnungsverteilers: Der zweipolige FI -Q1 trennt L und N aller drei Abgänge. Jeder LS schaltet nur seinen Abgang. Nach einer Auslösung erst den Fehler beseitigen, dann bewusst wieder einschalten. Gerätewerte und Querschnitte sind Beispiele, keine Auslegung.
| Aktion | -E1 | -E2 | -E3 | Ausführen |
|---|---|---|---|---|
| Fehlerstrom simulieren | aus | aus | aus | |
| Überlast F1 simulieren | aus | an | an | |
| Überlast F2 simulieren | an | aus | an | |
| Überlast F3 simulieren | an | an | aus | |
| Prüftaste | aus | aus | aus | |
| Fehler beseitigen | an | an | an | |
| Q1 betätigen | aus | aus | aus | |
| F1 betätigen | aus | an | an | |
| F2 betätigen | an | aus | an | |
| F3 betätigen | an | an | aus |
Materialliste im Beispiel
Bauteile und Leitungsstücke aus dem gezeigten Plan, ohne Längen oder Auslegung.
- 1 × FI-Schutzschalter
- 1 × N-Klemme
- 1 × PE-Schiene
- 3 × Leitungsschutzschalter
- 2 × Leuchte
- 1 × Steckdose
- 1 × NYM-J 3×6 mm²
- 2 × NYM-J 3×1,5 mm²
- 1 × NYM-J 3×2,5 mm²
Aderbelegung im Beispiel
Grundstellung der Simulation. Im Leitungsinspektor des Plans folgen die Angaben deiner Bedienung.
W0 · Zuleitung L / N / PE · NYM-J 3×6 mm²
| Ader | Funktion | von → nach | jetzt |
|---|---|---|---|
| grün-gelb | Schutzleiter PE | G0:PE → XPE:PE | Kein Betriebsstrom |
| blau | Neutralleiter N | G0:N → Q1:N1 | Strom fließt |
| braun | Dauerphase L | G0:L → Q1:1 | Strom fließt |
W1 · Licht Flur · NYM-J 3×1,5 mm²
| Ader | Funktion | von → nach | jetzt |
|---|---|---|---|
| grün-gelb | Schutzleiter PE | XPE:PE → → zur Schaltung Wechselschaltung:PE | Kein Betriebsstrom |
| blau | Neutralleiter N | XN:N → → zur Schaltung Wechselschaltung:N | Strom fließt |
| braun | Dauerphase L | F1:2 → → zur Schaltung Wechselschaltung:L | Strom fließt |
W2 · Steckdosen Wohnen · NYM-J 3×2,5 mm²
| Ader | Funktion | von → nach | jetzt |
|---|---|---|---|
| grün-gelb | Schutzleiter PE | XPE:PE → → zur Schaltung Leiterarten:PE | Kein Betriebsstrom |
| blau | Neutralleiter N | XN:N → → zur Schaltung Leiterarten:N | Strom fließt |
| braun | Dauerphase L | F2:2 → → zur Schaltung Leiterarten:L | Strom fließt |
W3 · Licht Bad · NYM-J 3×1,5 mm²
| Ader | Funktion | von → nach | jetzt |
|---|---|---|---|
| grün-gelb | Schutzleiter PE | XPE:PE → → zur Schaltung Ausschaltung:PE | Kein Betriebsstrom |
| blau | Neutralleiter N | XN:N → → zur Schaltung Ausschaltung:N | Strom fließt |
| braun | Dauerphase L | F3:2 → → zur Schaltung Ausschaltung:L | Strom fließt |
Beispielwerte, keine Auslegung oder Anschlussfreigabe.
Welcher Plan zeigt was?
- Stromlaufplan
- Zeigt, wie die Schaltung funktioniert: jeder Leiter einzeln, vom L über die Kontakte zum Verbraucher.
- Installationsplan
- Zeigt, wo Geräte, Dosen und Leitungen liegen und wie die Adern angeschlossen werden.
- Übersichtsschaltplan
- Zeigt den Aufbau des Stromkreises einpolig: Stromquelle, Schaltgeräte, Leitungen mit Aderzahl und Verbraucher.
Von der Zuleitung zu den Abgängen
Das Beispiel zeigt eine einphasige Einspeisung L/N/PE mit 230 V. In Verteilungen mit Drehstromeinspeisung kommen stattdessen drei Außenleiter mit N und PE an (3/N/PE); dafür sind die Geräte und die Verteilung der Außenleiter gesondert zu betrachten.
Q1 ist hier ein zweipoliger FI mit den Beispielwerten 40 A, 30 mA, Typ A. Er schaltet L und N gemeinsam. Der Schutzleiter PE wird nicht geschaltet und führt direkt zur PE-Schiene.
Drei getrennte Stromkreise hinter einem FI
Die Kammschiene verbindet den Außenleiter hinter Q1 mit F1, F2 und F3. Jeder LS schützt im qualitativen Modell seinen eigenen Abgang; der gemeinsame FI trennt bei Fehlerstrom alle drei Abgänge.
Beispielwerte: F1 B16 für Licht Flur, W1 NYM-J 3×1,5 mm²; F2 B16 für Steckdosen Wohnen, W2 NYM-J 3×2,5 mm²; F3 B16 für Licht Bad, W3 NYM-J 3×1,5 mm². Diese Kombinationen sind keine Auslegungsempfehlung. Verlegeart, Leitungslänge, Belastung und Schutzbedingungen müssen für die reale Anlage geprüft werden.
Welcher Plan zeigt den Verteiler-Aufbau?
Im Stromlaufplan sind L, N und PE sowie die einzelnen Schutzkontakte funktional aufgelöst. Die Verbraucher sind Platzhalter für die nachfolgenden Stromkreise.
Im Installationsplan siehst du das Gehäuse, die Hutschiene, die Kammschiene, N- und PE-Schiene und die Verdrahtung. Wähle die Zuleitung oder einen Abgang, um Adern und Anschlüsse im Inspektor zu lesen.
Der Übersichtsschaltplan fasst jeden Leitungsweg einpolig zusammen. Die Striche an W1 bis W3 stehen für die Aderzahl. Am Planrand geht es zur jeweiligen Schaltung weiter, beispielsweise zur Wechselschaltung.
Auslösen und bewusst wieder einschalten
Die Prüftaste löst Q1 aus. Ein simulierter Fehlerstrom hält den FI bis zur Fehlerbeseitigung ausgeschaltet. Eine simulierte Überlast betrifft den gewählten LS-Abgang. Nach dem Beseitigen des Fehlers bleibt das Schutzgerät offen, bis du es wieder einschaltest.
Das Modell berechnet keine Ströme, Auslösezeiten oder Selektivität. Die Verbraucher zeigen nur, ob ihr Stromweg geschlossen ist.
Schaltzeichen und Betriebsmittelkennzeichen
S steht im Lernplan für Schalter und Taster, E für Leuchten und K für Schaltgeräte. Gehören Spule und Kontakte zusammen, tragen sie dasselbe K-Kennzeichen. Die Kennzeichen bleiben in allen drei Planansichten gleich. So kannst du dasselbe Gerät im Stromlaufplan, Installationsplan und Übersichtsschaltplan wiederfinden.
Häufige Fragen zu Stromquelle: Verteiler-Aufbau
Warum gehen L und N durch den FI, aber PE nicht?
Der FI vergleicht den hin- und zurückfließenden Strom über die aktiven Leiter. PE gehört nicht zu diesem Betriebsstromweg und bleibt direkt mit der PE-Schiene verbunden.
Warum sind bei einer FI-Auslösung alle drei Abgänge aus?
Die drei LS liegen in diesem Beispiel hinter demselben FI. Öffnet Q1, fehlt allen drei Abgängen die Versorgung, auch wenn ihre LS noch eingeschaltet sind.
Was verbindet die Kammschiene im Verteiler?
Sie verteilt hier den Außenleiter hinter dem FI auf die Eingänge der drei LS. Neutralleiter und Schutzleiter haben jeweils ihre eigene Schiene.
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Deine Verteilung nachvollziehbar dokumentieren
Du kennst die Schaltung und den gebauten Stand. Mit Instaplaner hältst du die Angaben zu deiner Verteilung fest, prüfst den Vorschlag und bestätigst ihn. Daraus entsteht ein nachvollziehbarer Stromlaufplan.